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1.2

So, und schon wieder bin ich an einem Kreuzpunkt.

Vorgeschichte: Vor zwei Wochen war Dae in seiner Heimat Ba-Wue, um seinen Krempel (Möbel, Kleidung, Kleinkram) abzuholen, den er damals nicht mitbrachte. Er ist mit der Bahn hin & mit Muttern zurück. Während er unterwegs war, hab ich mich seiner Wohnung angenommen und eine Grundreinigung vollzogen. Heimlich selbstverständlich, da er vorher schon dementierte, dass es nötig sei und überhaupt, wolle er das ja selber machen. Leider hat er seit Einzug (vor nem halben Jahr) quasi nix gemacht. Halbvolle Kartons standen in den Ecken, nicht einsortierte Wäsche, überall Müll. Die Wohnung war der Horror. Er hatte das Katzenklo nie saubergemacht, so das die Kleine iwann überall hingemacht hat; vertrocknete Katzenkacke in jeder Ecke, frischgewaschene, vollgepisste Wäsche in Kartons, verschimmeltes Essen in Tupperdosen, der Katzennapf verdreckt und verschimmelt, und überall Bierflaschen. Leere. In jeder Ecke, jedem Schrank, selbst im Waschbeckenunterschrank im Bad, leere Bierflaschen. Ich war zeitweise kurz vorm Heulen. Insgesammt 7 Stunden nonstop Arbeit hat es mich gekostet, die Wohnung sauber zu kriegen. Neben den Bierflaschen fand ich noch unabgeschickte Bewerbungen (komplett vollständig im beschrifteten Kuvert, nur eben nicht abgeschickt), mehrere Mitteilungen der ARGE, das er nun 180euro weniger erhält, weil er Termine nicht wahrnimmt und eine "Wir stellen ihnen dann mal den Strom ab" Mitteilungen des Stromanbieters. Yeah.

Letztendlich haben wir, nachdem er wieder da war und alles besprochen wurde, einen Plan gefasst. Wir sind direkt am nächsten Tag (Montag) zu meinem Hausarzt gefahren, als erster Ansprechpartner für sein offenkundiges Alkoholproblem. Der Doc hat ihn gründlich untersucht, ihm Ratschläge erteilt und ihm Blutabgenommen. Danach sind wir noch zur Diakonie, die am selben Tag offene Sprechstunde für Suchterkrankungen hatte. Ich habe absichtlich Druck gemacht und alles schnell abhandeln wollen, damit ihm garkeine Gelegenheit bleibt, wieder in die alte Lethargie fallen zu können. Soweit, so gut. Da ich an dem WE so einen Körperlichen Aufwand hatte, anstatt mich krankheitsbedingt auszukurieren, bekam ich Montag prombt einen Rückfall, der es in sich hatte. Dae is daher Dienstags alleine zum Doc, wegen der Blutabnahme und hat dann auch weitere Termine allein vorgenommen. Zudem ging er die Woche über mit den Dogs, da ich kaum die Wohnung verlassen hatte.

Nun ist es fast zwei Wochen später. Fazit? Ich kann nicht mehr. Mal wieder bin ich der Grund, warum er sich nicht weiterführend gekümmert hat, er musste mir ja helfen. Die Nachfrage, was der Bluttest nun ergeben hätte, hat über eine Woche gedauert (gut, zwei Tage davon, war der Doc selber krank ^^), informiert, welche stationären Therapiemöglichkeiten er hier hätte, hat er auch nicht (O-Ton "Ich dachte, das machen wir gemeinsam..? ) , Pläne, wie das Finanzloch zu stoppen wäre, sind ebenfalls nicht vorhanden. Getan hat er in der letzten Zeit kaum etwas; seine Wohnung angeblich sauber gehalten (war nicht mehr drin) und die Katze gefüttert. Die ganze letzte Woche über hat er bis mittags gegen 13uhr geschlafen, Haus kaum verlassen, das übliche also. Und ich kann nun echt nicht mehr. Ich mag nicht mehr seine Ausrede sein, warum er sich um sein Leben nicht kümmern kann. Ich mag auch nicht mehr mir selber Vorwürfe machen, warum ich ihm denn nicht helfe. 

Alleine schafft er es nicht. Das weiss ich. Aber ich bin selber so ausgelastet, habe kaum freie Zeit, da kann ich nicht auch noch Mutti für ihn spielen. Ich schütze ihn so nicht, sondern schiebe den Fall nur weiter vor. Alles was mich hindert, ihn einfach fallen zu lassen, ist die Angst, dass er dann fällt und die Selbstvorwürfe deswegen. 

Das er Probleme hat, steht ausser Frage. Viele durch den Alkohol, durch das Vorleben seiner Eltern (beide Alkoholiker), durch eigene Nachlässigkeit. Wieviel davon ist der Alkohol, wieviel einfach sein Wesen? 

Ich weiss einfach nicht mehr, was ich noch tun soll, wo ich ansetzen muss, was passieren muss. Und eigentlich will ich ihn in meinem Leben auch nicht missen. Eigentlich..?!

21.11.09 18:23
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ulrike / Website (21.11.09 19:46)
so hart das ist, aber du kannst da garnichts tun, das muß er selber. Niemand sonst. Denn er hat das Suchtproblem, nicht du. Wenn du dich nicht abgrenzt, bekommst du allerdings ein Co-Abhängigen-Problem, sofern du da nicht schon drinsteckst. Er muß es alleine schaffen, denn es ist seine Sucht, nicht deine. Du stützt lediglich das "System", solange du seine Verantwortung, und sei es auch nur teilweise, dafür übernimmst und für ihn sorgst, wie auch immer du das machst, und wie gut gemeint es auch sein mag. Kümmere dich um dich, und laß ihn sein Leben leben.

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